Mosab Hassan Yousef, Sohn eines Hamas-Mitbegründers und ehemalige israelische Geheimdienstagent, äusserte sich in einem aktuellen Interview mit der australischen Moderatorin Erin Molan skeptisch gegenüber den jüngsten internationalen Friedensinitiativen im Gaza-Krieg. Insbesondere die Vorstellung, die Hamas durch Entwaffnung dauerhaft zu neutralisieren, bezeichnete er laut Bild-Zeitung als «sehr naiv».
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«Frieden» sei im Kontext des Nahostkonflikts ein «sehr grosses Wort», erklärte Yousef. Der vielbeschworene Trump-Deal sei allenfalls ein Waffenstillstand, keine tragfähige Friedenslösung. Die Ideologie der Hamas lasse grundsätzlich keinen Frieden mit Israel zu: «Sie können keinen Frieden mit Juden schliessen.»
Yousef, der als Informant des israelischen Geheimdienstes Schin Bet jahrelang Terroranschläge verhinderte und später zum Christentum konvertierte, übte scharfe Kritik an der Nahostpolitik westlicher Regierungen. Weder Donald Trump noch Benjamin Netanjahu haben seiner Ansicht nach einen belastbaren Plan für die Zukunft Gazas. Der Wiederaufbau werde Jahre dauern, die Entwaffnung der Hamas sei ebenso unrealistisch wie eine Deradikalisierung ihrer Strukturen.
Die Hamas sei zudem auf ihre Waffen angewiesen, auch weil sie im Machtkampf mit anderen radikalislamischen Milizen stehe. Yousef dämpft auch Visionen eines wirtschaftlichen Aufschwungs: Allein die Beseitigung der Kriegsschäden in Gaza könne fünf bis zehn Jahre dauern.