Die Schweizer Hürdensprinterin Ditaji Kambundji hat Schweizer Sportgeschichte geschrieben: Mit einem sensationellen Lauf über 100 Meter Hürden sichert sich die 22-jährige Bernerin bei den Weltmeisterschaften in Tokio die Goldmedaille – als erste Schweizerin überhaupt. In 12,24 Sekunden lässt sie nicht nur sämtliche Mitfavoritinnen hinter sich, sondern unterbietet auch ihren eigenen Landesrekord um bemerkenswerte sechzehn Hundertstel.
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Kambundji verwies in einem packenden Finale die nigerianische Weltrekordhalterin Tobi Amusan und die US-Amerikanerin Grace Stark auf die Plätze. Mit ihrer Leistung reiht sie sich nun unter die sieben schnellsten Hürdensprinterinnen der Geschichte ein.
Im Interview mit dem Schweizer Fernsehen SRF zeigt sich die Weltmeisterin überwältigt: «Ich habe noch nie so viele schöne Tränen geweint», sagt sie. «Ich konnte es nicht glauben, ich habe super laut geschrien. Es ist alles so schnell passiert.» Von ihrem Lauf selbst habe sie kaum noch Erinnerungen – nur dass sie den Kommentator gehört habe: «Da wusste ich, dass ich vorne bin.»
Besonders gerührt reagiert Kambundji, als sie TV-Bilder ihrer jubelnden Eltern sieht: «Ich bin mega, mega dankbar. Es ist so schön, meiner Familie diese Freude zu machen und sie stolz zu machen.»
Die junge Athletin hatte sich in den letzten Jahren kontinuierlich an die Weltspitze herangearbeitet. Der Triumph in Tokio markiert nun den vorläufigen Höhepunkt ihrer Karriere.