Der Schweizer Franken setzt seinen Siegeszug an den Devisenmärkten ungebremst fort – und treibt den Euro auf immer neue historische Tiefstände. Am Dienstagnachmittag markierte die europäische Gemeinschaftswährung mit einem Kurs von 0,9095 Franken ein neues Allzeittief, während auch der US-Dollar mit 0,7660 Franken nur knapp über seinem Jahrestief notierte.
Christian Beutler/Keystone
Experten sehen den Franken als den ultimativen «sicheren Hafen», da das Vertrauen in die grossen Weltwährungen durch geopolitische Instabilität und wirtschaftspolitische Unwägbarkeiten massiv erschüttert ist, berichtet das Portal Cash.
Die Gründe für die anhaltende Dollar-Schwäche liegen vor allem in der US-Innenpolitik und den geopolitischen Spannungen. Das überbordende Staatsdefizit, eine Inflation von knapp 3 Prozent sowie die unberechenbare Politik von US-Präsident Donald Trump belasten den Greenback, der seit April 2025 rund 15 Prozent an Wert verloren hat.
Hinzu kommen Unsicherheiten durch den Ukraine-Krieg und drohende Konflikte im Nahen Osten sowie um Taiwan, die Anleger weltweit in das «Betongold» unter den Währungen – den Franken – treiben.
Beim Euro verschärft die ausbleibende konjunkturelle Erholung in Deutschland den Abwertungsdruck. Geplante Investitionen in Infrastruktur und Rüstung zeigen bisher keine belebende Wirkung, während Spekulationen über mögliche Zinssenkungen der EZB den Euro zusätzlich schwächen. Während Grossbanken wie die UBS mittelfristig eine Erholung auf 0,95 Franken prognostizieren, wetten Contrarian-Investoren bereits auf Kurse um 0,87 Franken, sollte die wirtschaftliche Dynamik in der Euro-Zone weiterhin ausbleiben.