Die Waadtländer Mitte-Nationalrätin Isabelle Chappuis sieht die Schweiz nicht mehr als sicheren Ort – und handelt entsprechend. In ihrem Keller lagern dreissig Rationen Prepper-Nahrung, Wasserfilter, Stromgenerator, Taschenlampen mit Strobo-Effekt. Sogar Windeln hat sie eingelagert – als Tauschware im Krisenfall.
Chappuis, die seit 2023 im Nationalrat sitzt und inzwischen den Schweizerischen Zivilschutzverband präsidiert, warnt vor einer trügerischen Sicherheit. Die Welt sei aus den Fugen, die Gefahr durch Biowaffen, Cyberangriffe und neue Pandemien real. «Unser System ist viel fragiler, als wir denken», erklärt die Politikerin in einem Porträt der NZZ am Sonntag. Besonders beunruhigt sie die Möglichkeit langanhaltender Stromausfälle.
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Die Politikerin betont, dass ihr Verhalten nichts mit Weltuntergangs-Fantasien zu tun habe. Es gehe um pragmatische Vorsorge: Wer vorbereitet sei, könne im Ernstfall nicht nur sich selbst helfen, sondern auch anderen. «Wer ein paar Tage überbrücken kann, muss nicht hamstern.»
Angetrieben wird Chappuis auch von ihrem politischen Einblick: Als Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission erhalte sie Informationen, die nicht öffentlich seien. Seitdem habe sie ihre private Krisenvorsorge ausgebaut – inklusive eines Notstromaggregats und der Vorbereitung von Fluchtrucksäcken.
Mit ihrem offenen Umgang wolle sie die Bevölkerung sensibilisieren: «Die Schweiz ist nicht so sicher, wie sie scheint.»