Der nächste Grossauftrag der SBB geht erneut ins Ausland: Für die geplante Digitalisierung des Schweizer Bahnnetzes haben die Bundesbahnen einen Rahmenvertrag mit dem japanischen Bahntechnikkonzern Hitachi Rail unterzeichnet. Der Vertrag umfasst laut SBB ein Volumen von 1,4 Milliarden Franken. Auch Siemens und Stadler sind beteiligt – der Hauptteil dürfte jedoch an Hitachi gehen.
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Wie CH Media zuerst berichtete, sieht der Deal vor, dass die veralteten Stellwerke der SBB über einen Zeitraum von rund 20 Jahren umfassend modernisiert werden. Bis zu 80 Prozent der bestehenden Steuerzentralen sollen ersetzt werden – viele stammen noch aus den 1950er-Jahren. Auf der Plattform Linkedin veröffentlichte Hitachi ein Foto der Vertragsunterzeichnung: SBB-Chef Vincent Ducrot beim Handschlag mit einem Konzernvertreter.
Offiziell betonen die SBB, dass noch keine Einzelaufträge vergeben worden seien. «Letzte Woche hat lediglich die finale Vertragsunterzeichnung mit allen drei Unternehmen stattgefunden», heisst es in einem Communiqué. Die Vergabe werde gestaffelt erfolgen, unterteilt in zwei Lose: Los 1 betreffe die Gesamtsysteme – dafür bewerben sich Hitachi und Siemens. Los 2 beinhaltet weitere Komponenten, hier ist zusätzlich Stadler Rail im Rennen.
Erst vor wenigen Wochen hatten die SBB einen Zwei-Milliarden-Auftrag über neue Züge an Siemens vergeben – der Schweizer Hersteller Stadler Rail ging leer aus. Konzernchef Peter Spuhler kündigte Rekurs an und zweifelte die Vergabekriterien an. Die SBB konterten mit einem Verweis auf den Preisunterschied: Über die Lebensdauer von 25 Jahren ergäben sich laut eigenen Angaben Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe.