Gesundheitsministerin und Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider (SP) muss bereits zum zweiten Mal in ihrer Amtszeit verkünden, um wie viel enger die Bürgerinnen und Bürger im Jahr 2026 ihren Gürtel schnallen müssen.
Denn die Krankenkassenprämien steigen erneut um 4,4 Prozent, obschon sie schon im letzten und vorletzten Jahr markant nach oben geschossen sind. Auf die letzten drei Jahre gerechnet, ergibt sich daraus ein durchschnittlicher Prämienanstieg von fast 20 Prozent.
© KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
Dies relativiert die Aussagen von Beobachtern, die Aufschläge fielen in diesem Jahr moderat aus. Dabei lässt man leider auch ausser Acht, dass die Erhöhungen je nach Kanton stark variieren und für Familien mit Kindern, Alleinerziehende oder für wirtschaftlich Schwächere zum finanziellen Kraftakt werden.
Schon fast zum Totlachen sind dagegen die immer selben Gründe für die Mehrausgaben, die uns Baume-Schneider auftischt. Es ist hanebüchen, dass sie die Bevölkerungsexplosion als Treiber der Gesundheitskosten völlig ausklammert.
Mehr Menschen bedeuten auch eine grössere Nachfrage nach medizinischen Leistungen – und das treibt die Ausgaben halt ebenfalls hoch. Wir müssen eine medizinische Versorgung für immer mehr Personen bereitstellen. Und das kostet.
Vielleicht sollte man die ganze Geschichte einmal anders betrachten: Was wäre, wenn diese über zwei Millionen Migranten, die seit 2000 eingewandert sind, nicht hier wären? Hätten wir dann die gleiche Prämienexplosion erlebt?