Es ist nicht leicht, Gattin eines Bundesrates zu sein. Wo soll oder darf man sich öffentlich engagieren, ohne dem Partner zu schaden? Ohne sich lächerlich zu machen? Wie kann man von Zeit zu Zeit aus der Rolle der schönen Begleiterin schlüpfen?
© KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Tracy Glass Jans, 52, die attraktive Ehefrau von Beat Jans, tut’s mit einer Ratgeberkolumne für Expats im Schweizer Newsletter der Zeit. Alles, was sie da schreibt, ist nicht neu, nicht besonders witzig, nicht überwältigend. Aber es stimmt.
Deutsch lernen sollten die Expats, aber es ist schwer und muss nicht perfekt sitzen, die Traditionen kennenlernen wie Landsgemeinde, Schwingfeste, Basler Fasnacht sollten sie. Sich aufgeschlossen gegenüber andern zeigen. Und so weiter.
Leider scheint niemand die Biostatistikerin am Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut in Allschwil, die ursprünglich aus den USA kommt, bei ihrer neuen Aufgabe zu unterstützen. Im Ausland haben first ladies und Ministergattinnen Berater, PR-Leute, die ihre Texte genau anschauen und korrigieren. In der Schweiz fehlt leider jemand, der Tracy Jans gesagt hätte, dass an der Fasnacht Schnitzelbänke gesungen werden und nicht «Schnitzebanke». Und dass es nicht nationales Jodelfest heisst, sondern Eidgenössisches Jodlerfest.
Wichtiger Tipp für Expats: Bitte immer zuerst auf Google nachschauen.
Und die einzige Anekdote, die lustig sein soll, es aber nicht ist, dreht sich darum, dass eine Freundin «Möse» verstand, als Tracy sagte, «Willst du die Mäuse schauen?». Auch das hätte ein Mitarbeiter rausgestrichen. Das Wort «Möse» darf nicht aus dem Mund oder der Schreibmaschine einer Bundesratsgattin kommen. Das ist ein fucking no go, dear Tracy.