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Schnapsidee Olympische Spiele: Die Schweizer Bevölkerung sollte das ruinöse Projekt baldmöglichst begraben

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Schnapsidee Olympische Spiele: Die Schweizer Bevölkerung sollte das ruinöse Projekt baldmöglichst begraben
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Sie können es nicht lassen. Spitzenfunktionäre des Schweizer Sports haben angekündigt, dass sie im Jahr 2038 Olympische und Paralympische Winterspiele durchführen möchten. Die Schweiz habe jetzt bis Ende 2027 Zeit, um ihre Kandidatur zu entwickeln – und zwar exklusiv. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) soll unserem Land diesbezüglich einen «privilegierten Dialog» zugesichert haben.

© KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Ruth Wipfli Steinegger, Co-Praesidentin Switzerland 2038, links, diskutiert mit Lenka Koelliker, Co-Praesidentin Switzerland 2038, am Ende einer Medienkonferenz des Vereins Switzerland 2038 zum Projektstand der Kandidatur "Olympische und Paralympische Winterspiele in der Schweiz", am Montag, 12
© KEYSTONE / PETER KLAUNZER

Bereits im November 2023 haben Swiss Olympic, Swiss Paralympic und die nationalen Wintersportverbände den «Verein Olympische und Paralympische Winterspiele Schweiz 2038» gegründet. Dieser ist nun für die Erfüllung der Auflagen und die Vorbereitung des Kandidatur-Dossiers zuständig.

Die Schweizer Sportfunktionäre – allen voran alt Bundesrätin Ruth Metzler (Mitte) als Präsidentin von Swiss Olympic – berufen sich auf die erfolgreichen Olympischen Winterspiele der Jahre 1928 und 1948 in St. Moritz. Nur scheinen sie zu vergessen, dass sich seit damals im olympischen Spitzensport einiges geändert hat. Denn die Spiele in St. Moritz schlossen finanziell noch positiv ab, während dies bei künftigen Winterspielen so gut wie ausgeschlossen ist.

Im Gegenteil bedeuten Olympische Spiele ein enormes finanzielles Risiko. Laut Oxford-Studie waren sie seit 1988 immer teurer als gedacht – teilweise über 350 Prozent. Die Kosten sind astronomisch und selten wirklich kalkulierbar. Gerade in Zeiten des «Overtourism» in den Zentren des schweizerischen Wintersports ist der Ansturm zusätzlicher Besucher weit eher eine Belastung als ein Gewinn.

Die Winterspiele 2014 im russischen Sotschi beispielsweise trieben die Kosten inflationsbereinigt auf 28,9 Milliarden Dollar. Die Garantie von Schneesicherheit, also die Notwendigkeit künstlicher Beschneiung, aufwendige Bauten und Anlagen sowie die Sicherheitsauflagen bedeuten eine enorme finanzielle Belastung. Und oft genug bleiben neben riesigen Defiziten Bauruinen und Umweltzerstörungen zurück.

Angesichts solcher Summen sorgen die 200 Millionen Franken, die der Bundesrat den Organisatoren vorsorglich zugesichert hat, eher für mitleidiges Lächeln. Wobei bei diesem Betrag die Sicherheitsmassnahmen nicht inbegriffen sind. Für allfällige Defizite sollen Private aufkommen. Nur müsste man jene Unternehmen erst noch finden, die für nach oben offene Defizite Garantien abgeben.

In Wahrheit werden die Olympischen Winterspiele 2038 für die Schweizer Steuerzahler zu einem Milliardengrab. Während das Internationale Olympische Komitee dank der Fernsehrechte gleichzeitig Milliarden einsackt. Obendrein ist das internationale Interesse an Winterspielen – gemessen an den Ausgaben – recht gering. Die Nationen, die sich wirklich dafür interessieren, gehen nicht weit über das Dutzend hinaus.

Die Veranstaltungsorte blieben noch regelmässig auf enormen Kosten sitzen. Auch darum hätte der Bundesrat den Betrag von 200 Millionen dem fakultativen Referendum unterstellen müssen. Dann hätten die Stimmbürger dem verantwortungslosen Abenteuer gleich einen Riegel schieben können.

Jetzt ist es an der Bevölkerung der vielen vorgesehenen Veranstaltungsorte, die direktdemokratischen Rechte wahrzunehmen. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass die Bürgerinnen und Bürger die negativen Folgen solcher Monsteranlässe viel realistischer beurteilen als profilierungssüchtige Politiker und eigennützige Sportfunktionäre.

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