Die neue Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche plant eine Kehrtwende in der Energiepolitik: Hauseigentümer sollen künftig selbst entscheiden dürfen, wie sie ihre Gebäude klimafreundlich beheizen. «Es muss Schluss sein mit dem Zwang zur Wärmepumpe», sagte Reiche im Handelsblatt. Statt starrer Technologie-Vorgaben will die Ministerin CO2-Reduktions-Ziele festlegen und den Weg dorthin den Eigentümern überlassen.
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Dabei sieht Reiche auch kombinierte Lösungen als gangbaren Weg: Hybride Systeme können sinnvoller sein als der Fokus auf nur eine Technologie. Diese Abkehr vom bisherigen Kurs könnte für breite Bevölkerungskreise, insbesondere im ländlichen Raum, Entlastung bedeuten.
Im Gespräch kündigte Reiche zudem einen grundsätzlichen wirtschaftspolitischen Richtungswechsel an. Deutschland müsse wieder auf Wachstum setzen: «Wachstum ist kein abstraktes Konzept», so Reiche. «Wachstum ist der Antrieb für Millionen von Menschen. Jeden Tag.» Die Menschen wollten vorankommen und erfolgreich sein. Diese Dynamik sei von der bisherigen Regierung unterschätzt worden, so Reiche.