Die deutsche Wirtschaft wird sich auch im Jahr 2026 nicht aus ihrer konjunkturellen Schwäche befreien können. Dies geht aus einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) unter 46 Branchenverbänden hervor. Fast jeder zweite Verband rechnet mit einem Stellenabbau.
Laut IW erwarten 22 Verbände weniger Arbeitsplätze im kommenden Jahr, nur 9 rechnen mit einem Beschäftigungsaufbau. 15 Branchen gehen von stabilen Beschäftigungsverhältnissen aus. Der Personalabbau trifft vor allem die Industrie, die unter Exportschwäche, Protektionismus und hohen Standortkosten leidet. Besonders betroffen sind laut IW die Automobil-, die Papier- und die Textilindustrie. Dagegen planen nur wenige Branchen, etwa die Pharmaindustrie sowie der Luft- und Raumfahrzeug- und Schiffbau, neue Stellen zu schaffen.
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Etwas Licht am Ende des Tunnels bietet die Einschätzung zur Geschäftsentwicklung: 19 Verbände erwarten für 2026 eine höhere Produktion als im Vorjahr, 18 rechnen mit einer stabilen Entwicklung, nur neun mit einem Rückgang. Das IW sieht darin eine leichte Verbesserung gegenüber dem Tiefpunkt 2023.
Optimismus findet sich vor allem im Dienstleistungsbereich, während sich die Industrie insgesamt weiterhin gedrückt zeigt. Besonders positiv schätzt lediglich der Luft- und Raumfahrzeugbau das kommende Jahr ein.