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Scherbenhaufen in Frankreich: Nur noch 15 Prozent der Bürger vertrauen Emmanuel Macron – der Präsident und die Fünfte Republik sind am Ende

Eine Schuldenkrise, die selbst ein Genfer Banker – Jacques Necker – nicht bewältigen konnte, und eine heruntergekommene Elite lösten 1789 die Revolution aus.

Gigantische Schulden und ständige Regierungswechsel führten zum Ende der Vierten Republik.

Die Fünfte wurde als Wahlmonarchie konzipiert. Charles de Gaulle regierte ohne Parteien und setzte radikale Sparmassnahmen um.

Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved
France's President Emmanuel Macron is silhouetted as he reviews troops during a farewell ceremony for outgoing Chief of Staff of the French Armed Forces Thierry Burkhard, in the courtyard of the Invalides , in Paris, France, Friday, Sept
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Präsident Emmanuel Macron machte in sieben Jahren mehr als tausend Milliarden Schulden. Abdanken will er nicht: «L’état c’est moi», nach mir die Sintflut – oder Krieg.

Nur noch 15 Prozent der Franzosen vertrauen ihm, zwei Drittel wollen seinen Rücktritt. Die Gelbwesten marschierten auch schon mal mit Stangen, auf denen sie seinen Kopf aufgespiesst hatten.

Sein Regierungschef François Bayrou ist der unbeliebteste Premierminister der Fünften Republik. Er wollte 44 Milliarden sparen. Am Montag stellt er die Vertrauensfrage. Seine Abwahl steht fest.

Noch einmal will Macron das Parlament nicht auflösen. Der «republikanische Pakt», die Brandmauer, vereitelte den Sieg des Rassemblement National. Er funktioniert nicht mehr.

Die Rangliste der von den Bürgern erhofften Premierminister spricht Bände: von oben nach unten geht es von Rechts- nach Linksaussen.

Die Franzosen wollen Jordan Bardella (Rassemblement National): 26 Prozent. Ihm folgen die amtierenden Innen- und Justizminister, Hardliner in Bayrous Kabinett. Dann geht es über die Mitte – Christine Lagarde – nach links. Am liebsten noch: François Hollande, als Präsident noch ein bisschen unbeliebter als sein Nachfolger Macron.

Nur die Sozialisten hätten Bayrou retten können, aber ihr Parteichef Olivier Faure will selbst Premierminister werden. Ihr Budget sieht «Einsparungen» von 40 Milliarden vor. Doch es handelt sich um 40 Milliarden Mehrausgaben und 60 Milliarden Steuererhöhungen. Plus Rückkehr zum Rentenalter 62.

Alles, was Macron nicht will. Aber schlucken muss. Nach dem Scheitern zweier rechter Premierminister ist ein linker seine letzte Chance.

Eine Regierung mit Macronisten und Bürgerlichen und einem Sozialisten an der Spitze würde die Volksfront, die bei der Neuwahl vor einem Jahr neu auferstand, eine linke Brandmauer installieren, Jean-Luc Mélenchons «La France insoumise» isolieren und die Grünen vor die ideologische Gretchenfrage stellen: Mit wem gehst du?

Ihre charismatische Chefin Marine Tondelier hat im Fernsehen gezeigt, wie es geht: Sie holte zwei Magnete aus der Handtasche und demonstrierte, wie man Ablehnung in Anziehung verwandelt.

Auch die Justiz mischt mit. Die Präfekten des Landes, die in jedem Departement den Staat repräsentieren, klagen vor Gericht gegen Jean-Luc Mélenchon: Er hatte gedroht, sie ins Gefängnis zu stecken.

Auch Marine Le Pen, die bislang Bayrous Sturz verhinderte, setzt auf Neuwahlen. Dann müsste die höchste juristische Instanz noch vor ihrem Berufungsprozess über ihre neuerliche Kandidatur beraten. Ihr Kalkül: Er ebnet ihr den Weg für die Präsidentschaftswahl.

Am Montag wird Bayrou abgewählt, am Mittwoch will «Bloquons tout» das Land lahmlegen. Demonstrationen, Blockaden, Streiks und Sabotageakte sind angesagt.

Wie Macron vor einem Jahr hat Bayrou eine Kettenreaktion ausgelöst. Die Fünfte Republik ist am Ende, der Dominoeffekt könnte auch Macron zu Fall bringen.

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