Der frühere deutsche Vizekanzler Robert Habeck von den Grünen gibt zum 1. September sein Bundestagsmandat ab. «Ich will nicht wie ein Gespenst über die Flure laufen», sagte er der Taz und kündigte ein Jahr im Ausland an – mit Stationen unter anderem an der University of California, Berkeley, und am Dänischen Institut für Internationale Studien in Kopenhagen.
Die Pressereaktionen fallen gemischt aus. Während die Zeit herzliche Abschiedsworte aus dem Parlament unter dem Titel «Schade!» sammelt – Gesundheitsminister Lauterbach wünscht «Zauber und Glück» –, fragt die Welt, ob hinter dem Schritt «Angst vor einer gewissen Bedeutungslosigkeit» stehe.
Das Handelsblatt berichtet nüchtern über den formalen Rückzug, die FAZ sieht ein «Zurückziehen – fast ohne Groll». Der Focus spricht von «charmantem Scheitern» nach dem Höhenflug vor wenigen Jahren.
Für Schlagzeilen sorgte Habecks Abschiedsinterview auch wegen Seitenhieben auf Unionspolitiker. CSU-Chef Söder revanchierte sich prompt: «Viel Glück ausserhalb der Politik … Geh mit Gott – Hauptsache, weit weg.»
Habeck war seit 2021 Abgeordneter und prägte als Wirtschafts- und Klimaminister die Ampeljahre – politisch umstritten, aber mit starker Aussenwirkung und viel medialer Präsenz. Mit dem Schritt ins Ausland setzt er vorerst auf Distanz zu Berlin – und hält sich zugleich die Option offen, «Interessantes beitragen» zu wollen.