Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat im Interview mit der Bild-Zeitung deutliche Worte zur politischen Lage in seinem Bundesland gefunden. Sollte die AfD nach der Landtagswahl 2026 an die Macht kommen, werde er ernsthaft erwägen, auszuwandern. «Wenn die AfD zur Macht käme, dann wäre für mich wirklich die Grundsatzüberlegung, ob ich nach 72 Jahren meine Heimat verlassen würde», sagte der Politiker.
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Er beschreibt das mögliche Szenario als «unerträgliche Atmosphäre», die nicht nur ihn, sondern auch seine Familie und sein Umfeld betreffen würde. In den Reden der AfD im Landtag glaubt Haseloff Anklänge an die Weimarer Republik und Goebbels’ «Sportpalast»-Rhetorik zu erkennen.
Haseloff, dienstältester Regierungschef Deutschlands, zeigt sich zudem offen für eine erneute Kandidatur, wenn es darum geht, eine AfD-Regierung zu verhindern. «Dem hat sich alles unterzuordnen», betont er. Unterstützung durch die Linkspartei lehnt er indes ab – mit Verweis auf deren DDR-Vergangenheit.
Auch zur Migrationspolitik äussert sich Haseloff: Die Zurückweisung an Grenzen müsse erlaubt bleiben, sonst drohten weitere Wahlerfolge für politische Ränder. Gleichzeitig fordert er eine klare Haltung der etablierten Parteien, um Protestwähler zurückzugewinnen.
Mit Blick auf die geplante Intel-Chipfabrik in Magdeburg kritisiert er europäische Genehmigungsstandards als zu bürokratisch. Wenn Europa keine technologische Souveränität erlange, sei es «sowieso erledigt».