Moskau droht Berlin mit Konsequenzen im Fall einer Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine. Das russische Aussenministerium erklärte, ein Einsatz der Waffen gegen russische Ziele werde als «direkte Beteiligung Deutschlands an den Kampfhandlungen» gewertet – mit allen damit verbundenen Folgen, berichtet die Welt.
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Hintergrund: Der noch amtierende Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) lehnt die Lieferung der weitreichenden Waffen weiterhin ab. Der designierte Kanzler Friedrich Merz (CDU) hingegen hatte am Sonntag erklärt, dass er die Lieferung in Abstimmung mit europäischen Partnern befürworte. Zudem stellte er die strategische Bedeutung einer möglichen Zerstörung der Krim-Brücke durch die Ukraine heraus.
Kremlsprecher Dmitri Peskow warf Merz eine gezielte Eskalation des Konflikts vor. Noch schärfer äusserte sich der frühere Präsident und heutige Vizechef des russischen Sicherheitsrates Dmitri Medwedew, der Merz als «Nazi» beschimpfte.
Frankreich und Grossbritannien haben der Ukraine bereits vergleichbare Marschflugkörper zur Verfügung gestellt. Scholz fürchtet, dass Deutschland durch eine Taurus-Lieferung in den Krieg hineingezogen werden könnte, insbesondere wenn damit Ziele tief im russischen Hinterland getroffen würden.