Russland verstärkt laut einem Bericht des Wall Street Journal seine militärische Präsenz entlang der Grenzen zu Nato-Staaten – weit entfernt vom eigentlichen Kriegsschauplatz in der Ukraine. In Petrosawodsk, nahe der finnischen Grenze, entsteht ein neues Hauptquartier für Zehntausende Soldaten. Ziel sei die Vorbereitung auf einen möglichen Konflikt mit dem westlichen Bündnis.
Russian Presidential Press Service
Moskau modernisiert Eisenbahnlinien, erweitert Truppenunterkünfte und rekrutiert mit hohen Prämien neue Soldaten. Westliche Geheimdienste berichten, dass Russland aktuell rund 40.000 Mann pro Monat rekrutiere. Die Truppen, die nicht an die ukrainische Front verlegt werden, sollen langfristig entlang der Grenzen zu Finnland, Estland und Lettland stationiert werden. Diese Staaten wiederum reagieren mit massiven Grenzbefestigungen und dem Rückzug aus Abkommen zur Ächtung von Landminen.
Präsident Wladimir Putin wolle, so die Einschätzung westlicher Militärexperten, «wieder einen Platz am europäischen Tisch» erzwingen – auch mit dem Verweis auf Russlands historische Siege über Napoleon und Hitler. Ein hochrangiger finnischer Offizier bringt es auf den Punkt: Wenn die Truppen zurückkehren, werden sie über die Grenze auf ein Land blicken, das sie für einen Feind halten.
Während Trump öffentlich Zweifel daran äussert, dass Russland Pläne über die Ukraine hinaus hat, zeichnen Militäranalysten ein anderes Bild. Laut dem US-Kommandeur in Europa, General Christopher Cavoli, ist die russische Armee heute grösser als zu Beginn des Krieges.
Ein dänischer Geheimdienstbericht warnte bereits im Februar, Russland könne in fünf Jahren zu einem grossflächigen Angriff auf Europa fähig sein – sollte der Westen Schwäche zeigen oder ein Waffenstillstand in der Ukraine neue Kräfte freisetzen.