Unabhängige russische Kriegsblogger waren die ersten, die die Frage stellten: Warum haben wir nicht mit Selenskyj gemacht, was die Amerikaner mit Maduro gemacht haben? Können wir das nicht? Oder hat unsere Regierung Skrupel?
Für Donald Trumps Administration war beides kein Problem: Lehrbuchmässig exekutierte sie die Entführung des venezolanischen Präsidenten und seiner Ehefrau. Und nein, von Skrupeln wurde sie nicht geplagt.
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Es stimmt schon. Nicolas Maduro ist sicher ein Despot und wahrscheinlich ein Drogenboss. Und seit seiner letzten Wahl wird er von vielen Staaten nicht als Präsident anerkannt.
Trotzdem gibt es so etwas wie das Völkerrecht, auf das sich der Westen – zu dem, als wir das letzte Mal guckten, auch die USA gehörten – gerne beruft.
Doch die vielbeschworene regelbasierte Ordnung ist schon lange Makulatur. Es herrscht das Gesetz des Dschungels – und nicht erst und allein seit dem Einmarsch Russlands in der Ukraine. Ober sticht Unter – wie sie in Bayern nicht nur beim Kartenspiel sagen.
Wirklich unerträglich ist freilich eines: die Heuchelei. Ihr Hort ist Europa. Wird spannend, wie Friedrich Merz, Emmanuel Macron oder Keir Starmer auf die US-Aktion in Venezuela reagieren.