Ein russischer Raketen- und Drohnenangriff hat am frühen Donnerstagmorgen das Gebäude der EU-Delegation in der ukrainischen Hauptstadt Kiew schwer beschädigt. Auch das benachbarte Büro des British Council wurde getroffen. Personenschäden unter den diplomatischen Mitarbeitern gab es laut offiziellen Angaben nicht, berichtet das Magazin Politico.
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Das Gebäude sei «schwer durch die Druckwelle beschädigt» worden, erklärte Katarína Mathernová, EU-Botschafterin in der Ukraine. Der Angriff war Teil einer nächtlichen Welle russischer Raketen- und Drohnenangriffe, bei der mindestens zehn Menschen ums Leben kamen und rund dreissig verletzt wurden.
Die ukrainische Regierung sieht in der Attacke einen bewussten Bruch des Völkerrechts. Russland habe «gezielt Diplomaten ins Visier genommen – ein klarer Verstoss gegen die Wiener Konvention», sagte Aussenminister Andrij Sybiha. Die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas sprach von einer «bewussten Eskalation» Moskaus und einem «Spott über alle Friedensbemühungen».
Die EU kündigte umgehend Konsequenzen an. «Das kann nicht ohne Folgen bleiben», erklärte Deutschlands Aussenminister Johann Wadephul am Rande eines Treffens der EU-Aussenminister in Kopenhagen. Dort sollen neue Sanktionen gegen Russland und weitere Militärhilfe für die Ukraine diskutiert werden.
EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen verurteilte den Angriff und forderte Russland auf, «sofort alle Angriffe auf zivile Infrastruktur einzustellen». Der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, sprach von einem «gezielten Angriff» auf die EU und betonte: «Russlands Aggression stärkt nur unseren Willen, an der Seite der Ukraine zu stehen.»