Weltwoche: Herr Kujat, es ist viel passiert in der Ukraine. Wie beurteilen Sie derzeit die Lage an der Front?
Harald Kujat: Die militärische Lage der Ukraine hat sich sehr kritisch entwickelt. Der Vorstoss in die Kursk-Region, auf russisches Territorium, hat ebenfalls dazu beigetragen. Die Ukraine wurde praktisch vom ersten Tag an vom Westen massiv unterstützt – finanziell, humanitär, aber vor allem mit leistungsfähigen, modernen Waffen, deren Qualität immer weiter gesteigert wurde. Zuerst war es Artillerie, dann waren es Panzer, bis hin zu F-16-Kampfflugzeugen. Jedes Mal wurde von sogenannten Experten gesagt, das sei jetzt der Gamechanger, der die strategische Lage zugunsten der Ukra ...