Ein Adventskalender in Panzerform sorgt für Aufsehen: Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat vor Weihnachten ein Pappmodell des Schützenpanzers Lynx mit 24 Türchen und Schokokugeln an Geschäftspartner und Kunden verschickt. Das Miniaturfahrzeug trägt den Konzernslogan «Taking responsibility in a changing world» – und löst geteilte Reaktionen aus.
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Laut einem Sprecher handelt es sich um eine Aktion der Rheinmetall-Tochter Landsysteme GmbH, die die Kalender in limitierter Auflage an ausgewählte Empfänger mit Projektbezug versandt hat. Neben dem Lynx seien zwei weitere Modelle von geschützten Transportfahrzeugen gestaltet worden.
Die ungewöhnliche Verbindung von Kriegsgerät und Weihnachtsstimmung sorgt für Kritik und Spott. In sozialen Netzwerken war laut der Bild-Zeitung von «Panzerschokolade» und geschmackloser Symbolik die Rede. CDU-Abgeordneter Henri Schmidt zeigte eines der Modelle auf Instagram, ohne den Absender zu nennen. Die Kommentarspalte wurde nach kritischen Reaktionen geschlossen.
Zustimmung kommt hingegen vom CDU-Landtagsabgeordneten und Wehrbeauftragten Gregor Golland. Der Reserveoffizier lobte das Präsent als «kreativ» und betonte, dass Verteidigungsfähigkeit auch zur Weihnachtszeit thematisiert werden dürfe: «Dass wir das Fest in Frieden und Freiheit verbringen können, haben wir auch der Bundeswehr zu verdanken.»
Rheinmetall setzte zuletzt 9,8 Milliarden Euro um und gehört zu den führenden Herstellern gepanzerter Fahrzeuge weltweit.