«Nettozuwanderung und Zahl der Asylgesuche sind 2025 zurückgegangen», titelt am Montag das Staatssekretariat für Migration (SEM).
Was zunächst positiv klingt, zeigt bei genauerem Hinsehen, in welcher Lage sich die Schweiz befindet. Im vergangenen Jahr wanderten trotz steigender Arbeitslosigkeit sowie schwachem oder gar fehlendem Wirtschaftswachstum 165.000 (!) Menschen neu in die Schweiz ein. Gleichzeitig verliessen 83.000 Personen das Land. Daraus resultiert eine Nettozuwanderung von 75.000 Personen – rund 10 Prozent weniger als 2024.
© KEYSTONE / ENNIO LEANZA
Über den Asylweg stellten 15.781 Migranten ein Gesuch, 7 Prozent weniger als im Vorjahr. Die meisten Leute kommen aus Afghanistan, Eritrea und der Türkei. Hinzu kommen die Gesuche um den Status S von Zuzügern aus der Ukraine.
Das SEM erklärt dazu, ein «zentraler Faktor» für die Anzahl der Asylgesuche im Jahr 2026 sei die «Situation auf der Migrationsroute im zentralen Mittelmeer».
Damit spricht man – wohl ungewollt – Klartext: Die Schweiz hat die Kontrolle über die Zuwanderung verloren. Nicht mehr die Politik und die Bedürfnisse der Einheimischen entscheiden, wer ins Land kommt, sondern Unternehmen, die möglichst unkompliziert Arbeitskräfte rekrutieren wollen, sowie die Umstände und Hindernisse, denen Asylmigranten auf ihrem Weg in die Schweiz begegnen.
Eines ist jedoch sicher: Die Bevölkerung soll die Massenzuwanderung hinnehmen – unabhängig davon, wie sich die Lage – insbesondere die wirtschaftliche – entwickelt. So zumindest stellen es sich die Verantwortlichen in Bern vor.