Die Stadt Rostock muss zur Auszahlung der Gehälter ihrer 2700 Verwaltungsmitarbeiter einen Kredit über 11 Millionen Euro aufnehmen. Dies berichten Ostsee-Zeitung und NDR. Grund ist eine Fehlkalkulation bei den Personalkosten: Bei der Aufstellung des Doppelhaushalts 2024/2025 hatte die Stadt mit geringeren Mehrausgaben gerechnet, als tatsächlich anfielen. Laut dem Rathaus liegt das an Tarifsteigerungen sowie höheren Arbeitgeberbeiträgen für Krankenversicherung und Pflege.
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Der Finanzausschuss stimmte dem Notkredit am Dienstagabend in einer Dringlichkeitssitzung zu. Am Mittwoch soll die Bürgerschaft entscheiden; eine Zustimmung gilt als wahrscheinlich. Eine Deckungsquelle für den Kredit existiert jedoch nicht.
Felix Winter (Grüne), Vorsitzender des Finanzausschusses, sagte der Ostsee-Zeitung: «Wir hatten schon Ende 2024 zu wenig Geld für den Bereich Personal. Und schon damals war klar, dass es auch 2025 nicht reichen wird.» Der Unmut über die Verantwortlichen im Rathaus sei entsprechend gross. In der Bürgerschaft soll auch über eine mögliche fristlose Kündigung beraten werden.
Aus Unterlagen zur Sitzung gehe laut NDR zudem hervor, dass der Stadt weitere 32 Millionen Euro fehlen – unter anderem für technische Ausstattung, gestiegene Sozialkosten und Kredittilgungen.