Roche und Novartis haben angekündigt, Teile ihrer Medikamentenproduktion in die USA zu verlagern. Gleichzeitig versichern die Pharmakonzerne, dass Schweizer Arbeitsplätze nicht gefährdet seien. «Wir rechnen damit, dass die Zahl der Mitarbeitenden im laufenden Jahr insgesamt stabil bleibt», erklärte Roche gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
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Auslöser für den Strategiewechsel sind die von US-Präsident Donald Trump verhängten und angedrohten Strafzölle. Bis zu 250 Prozent könnten diese auf Medikamente und andere Medizinprodukte betragen. Zwar ist die Pharmabranche bisher davon ausgenommen, doch der politische Druck wächst. Roche investiert über 50 Milliarden Franken dafür, die Produktion in den Vereinigten Staaten «signifikant zu erhöhen» und sich dort als Nettoexporteur zu positionieren. Novartis will künftig «100 Prozent der wichtigsten Medikamente» in den USA fertigen.
Offiziell betonen beide Konzerne, dass Forschung, Entwicklung sowie Verwaltung und Marketing mit zusammen rund 41.000 Beschäftigten in der Schweiz bleiben sollen. In der inländischen Medikamentenproduktion arbeiten jedoch rund 10.000 Menschen – eine Zahl, die mittelfristig unter Druck geraten könnte, sollte der Ausbau im Ausland wie geplant umgesetzt werden.
Die Politik reagiert: Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider und Wirtschaftsminister Guy Parmelin planen nach den Sommerferien ein Treffen mit den Unternehmensspitzen, um über die Entwicklung zu sprechen. Trumps Forderung nach deutlich tieferen Medikamentenpreisen in den USA könnte die Margen der Konzerne zusätzlich unter Druck setzen.