Robert Habeck bleibt Robert Habeck. Schon bei seiner gescheiterten Kanzlerwahl hatte er den Wählern die Schuld gegeben: «Das Angebot war top, die Nachfrage nicht so.» Nun schleicht er sich beleidigt aus dem Bundestag ab – und tritt nach.
«Ich will weder ein höhnisch-zynischer Kommentator sein, noch will ich wie ein Gespenst über die Flure laufen und sagen: Früher war ich mal Vizekanzler, erinnert ihr euch?», sagt er in der Taz.
Hohn und Häme kommen dann noch. Bundestags-Präsidentin Julia Klöckner wirft er «Dämlichkeit» an den Kopf, sie sei von Anfang an eine «Fehlbesetzung» gewesen. Kanzler Friedrich Merz habe sie «nur zur Präsidentin gemacht hat, um sie von einem Ministerposten fernzuhalten, auf dem sie noch mehr Schaden anrichtet».
Eins in die – pardon, es ist die Tonlage Habecks – Fresse bekommt auch der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder: «Dieses fetischhafte Wurstgefresse von Markus Söder ist ja keine Politik», giftet Habeck.
Der Habeck, der derart austeilt, ist derselbe Habeck, der selbst keine Kritik verträgt und als Minister pausenlos kritische Bürger vor Gericht zerrte.
Das Taz-Interview ist das erschütternde Seelenbild eines Politikers, der sich selbst am nächsten ist, nur von der eigenen Befindlichkeit spricht und immer noch gekränkt scheint, weil die Wähler seiner Politik eine Abfuhr erteilt haben.
Was Demokratie ist, hat Habeck, der vorgibt, für die «liberale Demokratie» zu kämpfen, offenbar noch immer nicht begriffen: «Politisch gewollte demokratische Alternativen sind nicht im Angebot», sagt er in Anspielung auf die AfD.
Zum Glück geht es nicht darum, was Herr Habeck will, sondern was die Wähler wollen.