Aussenminister Ignazio Cassis ging am Wochenende als Sieger vom Platz. Seine Partei erfüllte seinen Wunsch: Die FDP will sich künftig enger an die EU binden, ohne den Kantonen dabei Mitspracherecht einzuräumen.
Für den Tessiner steht allerdings in den kommenden Tagen nicht Europa auf dem Programm. Der EDA-Chef bricht von heute bis Samstag zu einer Reise in den Nahen Osten auf – Jordanien, Irak und Kuwait stehen auf seiner Agenda.
Cassis tritt diese Reise nicht allein an. Begleitet wird er von Nationalratspräsidentin Maja Riniker, die eindrucksvoll demonstriert, wie sich das Amt in jüngster Zeit gewandelt hat. Während ihre Hauptaufgabe vor kurzem noch darin bestand, die Sitzungen der grossen Kammer zu leiten, sind die höchsten Schweizer heute ständig unterwegs – nun sogar gemeinsam mit dem Aussenminister auf offiziellen Missionen.
Es stellt sich die Frage, welchen Nutzen diese Reisetätigkeit für das Land bringt, wenn im Bundeshaus das grosse Fernweh ausgebrochen ist.
Fest steht: Darüber lässt sich vortrefflich streiten.