Der Weihnachtsmann als alter, weisser Patriarch, der die multikulturelle Welt dominiert. Er zwingt den aus allen Erdteilen zugewanderten Kindern seine kolonialen Werte auf und beraubt sie ihrer Identität.
Die Museen von Brighton and Hove in Südengland wärmen die Geschichte in einem Beitrag auf ihrer Website auf und liefern auch gleich Ratschläge, wie dieser Missstand zu beseitigen ist: «Am besten ersetzt man den Weihnachtsmann durch eine Weihnachtsfrau. Denn Patriarchat und Kolonialismus gehören zusammen.»
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Ziemlich schräg, mögen sich manche denken und stellen sich dabei Barbie auf einem Schlitten vor. Allerdings hat die Mother-Christmas-Geschichte einen politischen Hintergrund. Die Zwillingsstädte Brighton and Hove in der Grafschaft Sussex gelten als Hochburg der LGTBQ-Gemeinschaften, zu denen sich mehr als 10 Prozent der Bevölkerung offiziell bekennen.
Der wohlhabende, aber sehr linke Wahlkreis stellt eine der vier grünen Abgeordneten im Unterhaus. Die Museumsverantwortlichen profilieren sich also keinesfalls als mutige Querdenker, sondern reden ihrer Klientel nach dem Mund. Wie das viele tun, auch andernorts.
Man erinnert sich an die deutschen Penny-Läden, die vor ein paar Jahren schwule Schoggi-Weihnachtsmänner verkauften. Der PR-Coup war programmiert: Die einschlägige Community triumphierte, andere empörten sich – Hauptsache, es wurde über Penny geredet.
Bleibt das Fazit: Der Weihnachtsmann zieht weiterhin seine Kreise und brummelt vor sich hin, ohne dass irgendwelche Kinderchen einen Schaden nehmen.