Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Reizwort Remigration: Was es wirklich bedeutet – und was die Medien darunter verstehen

Anhören ( 1 min ) 1.0× +
Reizwort Remigration: Was es wirklich bedeutet – und was die Medien darunter verstehen
Reizwort Remigration: Was es wirklich bedeutet – und was die Medien darunter verstehen
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Das Wort Remigration wurde nicht von der AfD erfunden. Oder gar im Umfeld der Neuen Rechten. Im Deutschen ist es vermutlich ein Produkt des 19. Jahrhunderts, also der Zeit der grossen Auswanderungen, als manche Migranten das Heimweh packte und sie in ihre alte Heimat zurückkehrten – also remigrierten.

BERND VON JUTRCZENKA / KEYSTONE
Teilnehmer einer Mahnwache rechter Gruppen stehen am 21
BERND VON JUTRCZENKA / KEYSTONE

Der breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde der Ausdruck im Zuge des inzwischen berühmt-berüchtigten Treffens rechter Politiker und Sympathisanten in der Nähe von Potsdam im November 2023. Unter dem Titel «Geheimplan gegen Deutschland» berichtete die Plattform Correctiv, der rechte Aktivist Martin Sellner habe bei fraglicher Veranstaltung einen Vortrag über «Remigration» gehalten. Thema: Ein «Masterplan zur Ausweisung deutscher Staatsbürger». Anwesende bestritten später diese Darstellung.

Was damals in Potsdam gesagt worden ist oder nicht, kann hier nicht entschieden werden. Und schon gar nicht, was in dem einen oder anderen Kopf herumspukte. Aber das ist auch uninteressant. Viel spannender ist die Bedeutungsverschiebung, die der Begriff seitdem tatsächlich durchgemacht hat.

Denn in der medialen Berichterstattung der letzten Jahre wurde der Sinn des Ausdrucks Remigration konsequent eingeengt und uminterpretiert zu einer ausschliesslich unter Rechtsextremisten verwendeten Formel für die verfassungswidrige zwangsweise Abschiebung deutscher Staatsbürger mit Migrationshintergrund. Entsprechend wurde der Begriff auch zum Unwort des Jahres 2023 gewählt.

Mit dieser medial forcierten Umdeutung des Wortes für den allgemeinen Sprachgebrauch rückte der Begriff Remigration zugleich in die Nähe der Zwangsdeportation. Das war geschmacklos und unsinnig. Erfüllt aber den politischen Zweck, jede Form der Abschiebung, auch die von Kriminellen oder Menschen mit abgelaufenem Aufenthaltsstatus, gedanklich und sprachlich in die Nähe der Nazis zu rücken – und damit im Keim zu ersticken. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 31.03.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.