Mit einer scharf formulierten Kampagne hat der Bezirksverband der Berliner Linkspartei in Treptow-Köpenick das libertär-konservative Onlinemedium Apollo News ins Visier genommen. In Flyern fordern die Aktivisten das Medium auf, den Kiez zu verlassen: «Alt-Treptow ist bunt und ein braunes Medium hat dort keinen Platz.» Die Aktion sorgte bundesweit für Kritik – von Journalistenverbänden ebenso wie aus der Politik.
Screenshot Apollo News
Die Initiative stützt sich auf ein Treffen, bei dem Strategien diskutiert wurden, wie der Redaktion das Leben «ungemütlich» gemacht werden kann. Unter dem Titel «Apollo News – die rechte Redaktion in unserem Kiez» riefen Linke-Politiker und eine Mitarbeiterin der steuerfinanzierten Amadeu-Antonio-Stiftung zu Störaktionen gegen Seminare der Plattform auf. Auch Einschüchterung von Mitarbeitern wurde laut Audiomitschnitt zumindest erwogen.
Der Bezirksvorsitzende Moritz Warnke rechtfertigt die Kampagne als «Verteidigung unserer offenen und demokratischen Gesellschaft». Wer Apollo verteidige, müsse seinen «politischen Kompass justieren».
Kritik kommt unter anderem von FDP-Vize Wolfgang Kubicki, der von einem «widerlichen Gewaltaufruf» spricht. Auch die Deutsche Journalisten-Union sieht laut Welt einen Angriff auf die Pressefreiheit.
Apollo News-Chefredakteur Max Mannhart bezeichnete den Aufruf zur Vertreibung des Mediums auf X als «Novum». Er kündigte an, dem Druck nicht nachzugeben: «Auch in Berlin-Treptow gilt die Pressefreiheit. Sie gilt entweder überall oder gar nicht. Und deswegen bleiben wir hier.»