Eine schwedische Astrophysikerin sorgt mit einer ungewöhnlichen These für Aufsehen: Beatriz Villarroel von der Universität Stockholm glaubt, dass sich in historischen Aufnahmen des Nachthimmels Hinweise auf künstliche Objekte finden lassen – lange bevor Menschen überhaupt Satelliten ins All schickten.
Im Gespräch mit dem Spiegel erklärt sie: «Vieles von dem, was wir Weltraumschrott nennen, ist nicht von uns.» Villarroel und ihr Team analysierten über 2000 Fotoplatten aus den Jahren 1949 bis 1958. Auf mehreren Aufnahmen tauchen plötzlich Lichtpunkte auf, die danach verschwinden – sogenannte Transienten. Eine Aufnahme vom 12. April 1950 etwa zeigt neun «Sterne», die weder vorher noch später zu sehen sind. Für die Forscherin liegt die Erklärung nahe: reflektiertes Sonnenlicht auf spiegelartigen, sich bewegenden Objekten im Orbit – zu einer Zeit, in der keine menschliche Raumfahrt existierte.
Panoramic view of the Earth, sun, star and galaxy. Sunrise over planet Earth, view from space. Elements of this image furnished by NASA
In einer der Studien stellt Villarroel einen Zusammenhang mit dem berühmten Ufo-Zwischenfall über Washington im Juli 1952 her. Damals waren sieben unidentifizierte Objekte über dem Weissen Haus aufgetaucht, zeitgleich dokumentierte das Palomar-Observatorium unerklärliche Lichtblitze. Noch steht die Forscherin mit dieser These weitgehend allein da. Ihre Studien wurden inzwischen aber in anerkannten Fachzeitschriften wie Scientific Reports und Publications of the Astronomical Society of the Pacific nach einem Peer-Review-Verfahren veröffentlicht.