Nach dem Friedensgipfel zwischen Donald Trump und Wladimir Putin in Anchorage überwiegt in westlichen Medien das Urteil: kein Durchbruch, viel Symbolik.
Der britische Guardian sieht «keinen Waffenstillstand» und spricht von einem «PR-Sieg» für Putin – der Auftritt habe ihn «die Bühne beherrschen» lassen. Die Nachrichtenagentur Reuters bilanziert, beide Seiten verkündeten keine konkreten Schritte; Analysten resümieren, Putin habe «diese Runde gewonnen».
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Politico schreibt von Putins «Alaska-Triumph»: Optisch sei er stark gewesen, inhaltlich mager. Die New York Post verweist auf «sticking points» – Stolpersteine – beim Waffenstillstand und eine auffallend vage anschliessende Pressekonferenz, was auf offene Streitfragen hindeute.
Der Atlantic Council ordnet ein: Das Ausbleiben eines Abkommens bedeute, dass Russlands Krieg unverändert weiterlaufe; Kiew bleibe skeptisch. Die australische ABC formuliert zuspitzend, Putin verlasse Alaska «mit einem kompletten Sieg über Donald Trump».
In mehreren Kommentaren wird als Hauptblockade für einen Verhandlungserfolg Moskaus Forderung erwähnt, Gebietsgewinne zu sichern und den westlichen Kurs Kiews zu stoppen. Das sei unvereinbar mit den Positionen der USA und der EU.
Trumps Bereitschaft zu «Landtausch»-Gedanken und sein Satz an Selenskyj, man müsse «einen Deal machen», sorgten in Europa für Unruhe. Die Bilanz der Economic Times fasst das Befinden der meisten Journalisten zusammen: Statt einer befriedigenden Lösung habe man einen Bühnenauftritt erhalten – «produktiv, aber noch kein Deal».