Es ist der Fall einer Ikone: Porsche kommt in seinem Autogeschäft im zweiten Quartal nur noch auf 154 Millionen Euro Gewinn. Das ist ein Rückgang von knapp 91 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig gewinnt im VW-Konzern die einst belächelte Marke Skoda und zeigt, dass es in der deutschen Autoindustrie auch Gewinner geben kann. VW ist mit Abstand Marktführer in Europa.
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Hinter dem Drama bei Porsche stecken zwei spezielle Probleme: eines hat mit Struktur zu tun, das andere mit Führung.
Das erste sieht so aus: Porsche steckt zwischen zwei Märkten fest. Beim Verbrennerbau ist die Marke unantastbar. Dieser Markt schrumpft jedoch wie ein Luftballon im Eisfach. Und im E-Auto-Bereich hat Porsche nicht die PS auf die Strasse bekommen.
Was einen Porsche auszeichnet, sind Sound, Performance, Emotion, Fahrverhalten. Das alles hängt eng am Verbrenner. Da reicht es nicht, einen «elektrischen Porsche» zu bauen. Das Porsche-Gen kämpft in der Elektro-Ära, in der Software, KI und Entertainment die Killerapplikationen sind, ums Überleben. Inzwischen geht der eine Markt im anderen auf, und Porsche ist nicht bereit dafür.
Das wiederum hängt mit dem anderen Problem zusammen: Porsche-Chef Oliver Blume ist in Personalunion auch VW-Chef. Der beste Mann im Laden hat vor drei Jahren die Gesamtverantwortung übernommen und damit der Sportwagen-Ikone keinen Gefallen getan. Blume fällt jetzt nichts anderes ein, als die Produktion bei Porsche runterzufahren. Dabei braucht es jemanden, der Porsche neu erfindet. So wie 2002, als der Sportwagenbauer schon einmal in der Krise steckte. Damals verliess Porsche sein Segment und baute mit dem Cayenne den erfolgreichsten SUV im Konzern.
In Wolfsburg sollte also ein Stellenangebot ausgehängt werden. Gesucht wird der neue Kopf einer Ikone.