Die EU und das transpazifische Handelsabkommen CPTPP nehmen Gespräche über eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit auf, um auf die US-Zollpolitik unter Präsident Donald Trump zu reagieren. Das berichtete das Portal Politico.
Kanada treibt die Initiative voran. Premierminister Mark Carney hatte im Januar die sogenannten Mittelmächte aufgefordert, sich gegen wirtschaftlichen Druck in Handelskonflikten zu stellen. In Davos sagte er, Kanada setze sich dafür ein, eine Brücke zwischen dem transpazifischen Partnerschaftsabkommen und der Europäischen Union zu schlagen, wodurch ein neuer Handelsraum mit 1,5 Milliarden Menschen entstehen würde.
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Konkret wollen die EU und das zwölf Staaten umfassende Indopazifik-Bündnis noch in diesem Jahr Gespräche aufnehmen, um ihre Lieferketten enger miteinander zu verknüpfen. Im Zentrum stehen sogenannte Ursprungsregeln. Sie legen fest, welchem Wirtschaftsraum ein Produkt zugerechnet wird.
Eine Einigung würde es Unternehmen erlauben, Vorprodukte innerhalb beider Blöcke zollgünstig zusammenzurechnen und so Handelshemmnisse abzubauen.
Anfang Februar entsandte Carney seinen persönlichen EU-Vertreter John Hannaford nach Singapur, um die Haltung der Partner in der Region auszuloten. Ein Vertreter der kanadischen Regierung erklärte, die Arbeiten kämen klar voran, und sprach von sehr fruchtbaren Gesprächen mit anderen Partnern weltweit.
Bereits im November hatten EU und CPTPP vereinbart, ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit zu vertiefen, um der zunehmenden Zersplitterung des Welthandels nach den von Trump angekündigten «Liberation Day»-Zöllen entgegenzutreten. Ein japanischer Handelsvertreter bezeichnete eine Einigung über Ursprungsregeln als ein interessantes Thema, relativierte jedoch Erwartungen an kurzfristige Ergebnisse.