Der polnische Regierungschef Donald Tusk wurde von der von Bundeskanzler Friedrich Merz organisierten Videokonferenz zur Ukraine kurzerhand ausgeladen – auf Wunsch der US-Regierung. Dies berichtet Politico.
Stattdessen nahm der neue Staatspräsident Karol Nawrocki an den Beratungen europäischer Politiker mit US-Präsident Donald Trump teil. Merz erhob gegen die Ausladung offenbar keine Einwände. Nawrocki gehört der nationalkonservativen polnischen PiS-Partei an und gilt als politischer Rivale von Tusk.
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Tusk reagierte ungehalten: «Ein Land, das eine doppelte oder inkohärente Aussenpolitik betreibt, wird per Definition viel schwächer sein und sehr leicht zu manipulieren – nicht nur von unseren Gegnern, sondern auch von unseren Verbündeten», sagte er bei einer Pressekonferenz, berichtet Politico.
Der Vorfall verleiht dem innenpolitischen Machtkampf in Polen eine internationale Bühne. Während Tusk für eine pro-europäische und transatlantisch abgestimmte Linie steht, wird Nawrocki als Trump-nah und nationalistisch beschrieben.