Polens Entscheidung, den Grenzübergang zu Belarus geschlossen zu halten, droht den Warentransport auf der Neuen Seidenstrasse empfindlich zu stören. Der Schritt, ursprünglich als temporäre Massnahme zur Überwachung des russisch-belarussischen Militärmanövers «Sapad» deklariert, könnte sich nun zu einem dauerhaften Handelsstopp auswachsen. Die polnische Regierung verweist auf die «Sicherheit der Bürger» und erklärt, der Transit werde erst wieder erlaubt, wenn «die Grenze vollständig sicher» sei.
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Laut einem Bericht von Politico betrifft die Schliessung einen zentralen Korridor, über den 90 Prozent des Schienengüterverkehrs zwischen China und der EU abgewickelt werden – ein Handelsvolumen von rund 25 Milliarden Euro jährlich. Die Massnahme fällt in eine Phase zunehmender geopolitischer Spannungen: Russische Drohnenschwärme testeten jüngst den polnischen Luftraum, während die USA unter Präsident Donald Trump den Druck auf China erhöhen, wegen seiner Nähe zu Moskau Konsequenzen zu ziehen.
Die polnische Regierung erklärt, man ersetze «die Logik des Handels durch die Logik der Sicherheit». Auf der betroffenen Route nahmen die Gütermengen aus China im Jahr 2024 um 10,6 Prozent zu, der Warenwert stieg gar um fast 85 Prozent.