Kaum im Amt, spricht Martin Pfister, als wäre er immer schon Teil der bundesbernschen Verwaltung gewesen. Der neue Vorsteher des Verteidigungsdepartements (VBS) gibt sich zurückhaltend, betont vor allem die Sachzwänge wie die Schuldenbremse oder die Budgethoheit des Parlaments.
Ganz offensichtlich will der Mitte-Bundesrat nicht zu Beginn seiner Amtszeit Erwartungen wecken, deren Erfüllung er nicht garantieren kann. Ein Beispiel für den verhaltenen Start: Die Sanierung von Mitholz lässt er weiterlaufen, obschon Experten des Militärs in der Zwischenzeit dargelegt haben, dass vom ehemaligen Munitionsdepot keine Gefahr mehr ausgeht.
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Die hier in den Berg gesetzten Steuermillionen könnte Pfister anderswo gut brauchen. Den politischen Mut, die überrissene Vollversicherung seiner Vorgängerin in Frage zu stellen, hat Pfister indes nicht. Auch die Anbindung an die EU und die Nato will er im Stil von Viola Amherd weiter vorantreiben. Das hat er bereits im Vorfeld seiner Wahl den Parlamentariern versprochen. Deswegen hat er es in den Bundesrat geschafft.
Doch immerhin scheint der neue Chef zu wissen, worum es im VBS vor allem geht: um die Sicherheit der Schweiz und ihrer Bevölkerung und nicht um Frauenquoten, Nonbinarität oder andere Zeitgeisterscheinungen, die die Vorgängerin stets in den Vordergrund getellt hat. Sogar die Journalisten verzichten im Plenum auf Fragen zu solchen Themen. Den Ernst der Lage hat man offenbar erkannt. Darauf lässt sich aufbauen.