Lima
Vor gut einem Jahr sorgten die zweistelligen Millionenbeträge, welche die deutsche Entwicklungshilfe für Radwege in Peru lockermachte, für grosse Aufregung in Deutschland. Das Onlineportal Nius hat nun vor Ort nachrecherchiert. Fazit: alles noch viel schlimmer.
Ein Radweg, den die Stadtverwaltung von Lima (10,5 Millionen Einwohner) zusammen mit Vertretern der staatlichen deutschen Entwicklungshilfe (GIZ, KfW) im Armenviertel Villa El Salvador feierlich eingeweiht hat, ist nach lediglich gut einem Jahr eine Bauruine. Der Radweg, der an vielen Stellen bloss noch aus verblasster Farbe auf der Strasse besteht, wird kaum genutzt; Strassenhändler, Müll- und Schutthalden versperren die Durchfahrt; es fehlen Anschlüsse und Übergänge.
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Da der Schreibende seit Jahren in Lima lebt und selber regelmässig mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs ist, fühlt er sich befugt zu einer Qualifikation der Reportage von Nius: Gratulation, liebe Kollegen, nichts ersetzt die Recherche vor Ort. Ja, es ist, wie es ist – -leider nicht übertrieben. Die deutschen Steuermillionen für die Radler in Lima sind ein leuchtendes Beispiel für den Irrsinn, den ideologisch verblendete Entwicklungshilfe anrichten kann.
1 – Das Fahrrad kann in den permanent verstopften Innenbezirken von Lima Sinn -machen, etwa für Botendienste. Doch es ist kein Ersatz für öffentliche Verkehrsmittel und auch keine Ergänzung. Niemand lässt in einer Stadt wie Lima sein Rad an einer S-Bahn-Station zurück, wie es den Planern vorschwebt – weil es dort mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in kürzester Zeit verschwindet. Und selbst wenn dem nicht so wäre: Jede dieser Stationen wird täglich von Zehntausenden Menschen genutzt – und wenn nur jeder Zehnte sein Fahrrad dort zurückliesse, gäbe es ein heilloses Chaos.
2 – In einem Land wie Peru, wo 70 Prozent der Menschen keine formale Arbeit haben und von der Hand in den Mund leben, kümmert sich kein Mensch ernsthaft um das Klima. Man spielt bei den unsinnigsten Klimaprojekten zwar eifrig mit, aber nur, solange Geld fliesst. Doch die Startfinanzierung ist das kleinste Problem. Was ein Projekt taugt, zeigt sich erst beim Unterhalt. In dieser Beziehung sind die Radwege ein Klassiker.
3 – Peru ist kein armes, sondern ein reiches, mit Rohstoffen und einer arbeitsamen Bevölkerung gesegnetes Land. Das allergrösste Hindernis für den Wohlstand ist ein wie ein Krebsgeschwür wuchernder Staat mit einer zutiefst korrupten Kaste von Beamten und Politikern. Mit weltfremden Konzepten reglementieren sie alles Mögliche und Unmögliche, um den Status quo zu zementieren und neue Schmiergeldquellen zu schaffen. Die von der antikapitalistischen politischen Linken kontrollierte Entwicklungshilfe, egal, ob staatlich oder privat, bekämpft jede private Investition, die für Arbeitsplätze und Wachstum sorgen könnte – und fördert den korrupten Staat. Das Beste für die Menschen in Deutschland und in Peru: Entwicklungshilfe ersatzlos streichen.

