Lieber Peter Rothenbühler
Als Barack Obama Anfang der 2000er-Jahre seine Kandidatur für den US-Senat vorbereitete, soll ihm – so die Legende – ein Berater empfohlen haben, lieber als «Barry» Obama zu kandidieren. Seine Antwort: «Das kommt vielleicht besser an, aber mein Name ist Barack.»
Nun mögen Sie einwenden, dass sich die Parallelen zwischen der historischen Überfigur und einem bedeutungslosen Zürcher Lokalpolitiker in Grenzen halten. Das stimmt.
Gleichzeitig bin ich davon überzeugt, dass Ihr Vorschlag der Namensänderung zu kurz greift.
© KEYSTONE / MICHAEL BUHOLZER
Der Zusammenhang zwischen ausländisch klingenden Namen und geringerem Wahlerfolg auf Schweizer Wahllisten ist gut belegt. Das bedeutet jedoch nicht, dass man diesem Nachteil mit einer Namensänderung auch tatsächlich beikommen könnte.
In den Worten einer Leserin in Ihrem grosszügig moderierten Kommentarbereich heisst das: «Es sind die Gene, die es ausmachen. Die kann man nicht so leicht auswechseln.» Sie sehen: Name hin oder her, es gibt Zielgruppen, die Sie noch erreichen mögen – ich werde das nicht schaffen.
Nach vielen Jahren in der Politik kann ich persönlich mit dieser Form der Diskriminierung umgehen. Aber es geht dabei nicht nur um mich. Wenn ich zurückdenke, wie mich die Markierung als Ausländer in jungen Jahren oder im Militärdienst getroffen hat, stimmt mich Ihr Text vor allem eines: traurig. Denn ich habe eine Vorstellung davon, was Sie damit in den Köpfen und Herzen junger Menschen mit Migrationsgeschichte anrichten.
Mit freundlichen Grüssen
Përparim Avdili
Der Autor ist Kandidat für das Amt als Stadtpräsident Zürichs, FDP-Gemeinderat und Mitglied der RPK.