Papst Leo XIV. soll dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron einen Besuch im Vatikan verweigern. Französische Diplomaten hätten seit Wochen vergeblich versucht, eine Audienz oder einen Staatsbesuch zu arrangieren, berichtet die italienische Zeitung Il Tempo. Die Anweisung, Macron nicht zu empfangen, soll demnach direkt vom Papst gekommen sein.
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Während Staats- und Regierungschefs aus Grossbritannien, Italien, Deutschland und Spanien bereits vom neuen Pontifex empfangen wurden, bleibt Macron laut dem Bericht ohne Termin. Als Grund nennt Il Tempo die Haltung des französischen Präsidenten zu Abtreibung und Sterbehilfe. Auf Macrons Initiative hin hatte das französische Parlament im März 2024 ein «Recht auf Abtreibung» als Grundrecht in die Verfassung aufgenommen. Zudem setzt sich Macron für eine Liberalisierung der Sterbehilfe ein.
Papst Leo XIV. hatte sich dazu klar ablehnend geäussert. In seiner Neujahrsansprache wies er Abtreibung «kategorisch» zurück und beklagte, «dass öffentliche Mittel für die Vernichtung von Leben verwendet werden, statt in die Unterstützung von Müttern und Familien investiert zu werden». Die Sterbehilfe bezeichnete er als «eine falsche Form des Mitgefühls».