Jetzt hocken sie in Südafrika zusammen und hecken etwas aus – die Freunde der Ukraine, die Koalition der Willigen, die Europäer, ergänzt um den Kanadier.
Die Zeit rennt ihnen davon. Bis Thanksgiving hat Donald Trump Wolodymyr Selenskyj gegeben, um zu entscheiden zwischen Würde und dem Verlust des wichtigsten Partners. So hat es der ukrainische Staatschef formuliert.
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Bis dahin haben auch die Europäer Zeit für einen eigenen Vorschlag. Dumm nur, dass sie keine Idee haben – ausser die Ukraine weiter gnadenlos zu unterstützen bis …
Ja, bis was eintritt? Bis Russland in die Knie gezwungen wird und um einen Waffenstillstand winselt? Bis sich die Russen gegen Putin erheben und einen pro-westlichen Reformer installieren?
Das ist weltfremd, hat mit der Realität in Kiew und an der Front nichts gemein. Die Realität sieht anders aus – nicht schön, zugegeben. Aber das unterscheidet sie nun mal von Träumen.
Ein Europäer sieht das. Ungarns Viktor Orbán hat Ursula von der Leyen geschrieben, dass die EU sich hinter die Trump-Initiative stellen solle. Ausserdem müsse Europa sofort eigene Gespräche mit Moskau beginnen.
Doch die Europäer träumen weiter. Einstimmig haben sie den 28-Punkte-Plan abgelehnt. Man müsse reden.
Ja, worüber denn? Fast vier Jahre hatten die Europäer Zeit, eigene Friedenspläne zu entwickeln. Doch es fiel ihnen nichts anderes ein, als blinde Nibelungentreue für ein immer autoritäreres Regime in Kiew.
Kein Wunder, dass sie niemand ernst nimmt. Orbáns Vorschlag wäre eine Chance, ein bisschen Einfluss und Reputation zurück zu gewinnen.