Das Vermögen der Milliardäre in der Europäischen Union ist im ersten Halbjahr 2025 um 405 Milliarden Euro gestiegen. Das zeigt ein Bericht der Nothilfeorganisation Oxfam, der sich auf Daten von Forbes und der World Inequality Database stützt. Allein im vergangenen Jahr kamen in der EU 39 neue Milliardäre hinzu – durchschnittlich alle neun Tage einer, wie der Spiegel schreibt. Insgesamt leben laut Oxfam nun 487 Milliardärinnen und Milliardäre in der EU.
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Die Vermögenskonzentration ist dabei extrem: Die reichsten 3600 Personen besitzen laut Bericht so viel wie die ärmsten 181 Millionen EU-Bürger – das entspricht der Bevölkerung von Deutschland, Italien und Spanien zusammen. Deutschland liegt mit 130 Milliardären weltweit auf Platz vier. Ihr Vermögen beläuft sich laut Oxfam auf über 625 Milliarden Dollar. Bemerkenswert: 71 Prozent dieses Vermögens seien in Deutschland ererbt – weltweit liegt der Schnitt bei 36 Prozent.
Der Oxfam-Bericht trägt den Titel «Takers, not Makers» – eine Spitze gegen das Selbstbild vieler Reicher als Leistungsträger. Stattdessen sieht Oxfam in der extremen Vermögenskonzentration eine Bedrohung für die Demokratie – und fordert politische Gegenmassnahmen. «Der Vermögenszuwachs der Superreichen ist grenzenlos, während es bei der Bekämpfung der Armut kaum Fortschritte gibt», kritisierte Serap Altinisik, Vorstandsvorsitzende von Oxfam Deutschland. Die Zahl der unter der erweiterten Armutsgrenze lebenden Menschen stagniere – gleichzeitig nehme der weltweite Hunger wieder zu.