Conan O’Brien moderierte die 98. Oscarverleihungen in Los Angeles solide. In Hollywoods wichtigster Nacht lieferten sich die beiden Filme «One Battle After Another» und «Sinners» ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Nase vorn hatte das Action-Politdrama von Paul Thomas Anderson mit sechs Auszeichnungen, darunter jene für den besten Film und die beste Regie. Der Blues-Vampir-Film «Sinners» von Ryan Coogler erhielt vier Oscars, unter anderem einen für den besten Hauptdarsteller: Michael B. Jordan. Jessie Buckley gewann als erste Irin überhaupt den Preis für die beste weibliche Hauptrolle («Hamnet»). Überraschungen blieben aus.
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Zu politischen Äusserungen kam es selten. Javier Bardem musste ein «Free Palestine!» loswerden. Jimmy Kimmel, Late-Night-Moderator und Trump-Kritiker, sagte bei der Vergabe des Dokumentarfilm-Oscars, dass Trump jetzt wütend sein werde, weil «Melania» nicht berücksichtigt wurde. «Melania» ist ein Film über die Präsidentengattin, der kürzlich in die amerikanischen Kinos kam. Der Preis ging an die Russland-kritische dänisch-deutsch-tschechische Dokumentation «Mr Nobody against Putin», die unter anderem von ZDF und Arte produziert worden war.
Grosser Abwesender war Sean Penn. Er erhielt den Oscar für die beste Nebenrolle («One Battle After Another»). Weshalb er der Veranstaltung fernblieb, ist unklar. Penn ist erst der vierte Schauspieler in der Oscar-Geschichte, der dreimal gewonnen hat.
Für den berührendsten Moment der vierstündigen Show sorgte Barbra Streisand. Noch einmal sang sie für den im September verstorbenen Robert Redford «The Way We Were», das Titellied des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1973 mit ihr und Redford in der Hauptrolle.
Die wichtigsten Gewinner:
Bester Film: «One Battle After Another»
Beste Regie: Paul Thomas Anderson («One Battle After Another»)
Beste Darstellerin: Jessie Buckley («Hamnet»)
Bester Darsteller: Michael B. Jordan («Sinners»)
Bester fremdsprachiger Film: «Sentimental Value» (Norwegen, Joachim Trier)
Wie gut ist der Oscar-Abräumer «One Battle After Another» wirklich? Pulitzer-Preis-Träger, Drehbuchautor, Regisseur und Hollywoodlegende David Mamet hat exklusiv für die Weltwoche eine Kritik geschrieben. Sie finden den Text in der aktuellen Ausgabe.