Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán kündigt an, die Gaslieferungen an die Ukraine schrittweise einzustellen. Dies sagte Orbán in einem auf Facebook veröffentlichten Video. Er begründete den Schritt mit der Notwendigkeit neuer Massnahmen zur Sicherung der ungarischen Energieversorgung.
Orbán verwies dabei auf die unterbrochene Druschba-Pipeline, über die derzeit kein Öl mehr nach Ungarn fliesst. Nach ukrainischen Angaben wurde die Leitung bei einem russischen Angriff beschädigt und vorübergehend stillgelegt. Budapest und Bratislava werfen Kiew hingegen vor, die Reparatur der Pipeline zu verzögern.
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Die Druschba-Pipeline transportiert üblicherweise russisches Öl über die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei. Beide Länder verfügen über Ausnahmen von den EU-Sanktionen auf russisches Öl.
Nach Angaben der ungarischen Stiftung für Wirtschaftsforschung gehört Ungarn zu den wichtigsten Gaslieferanten der Ukraine. Der Anteil ungarischer Lieferungen ist seit 2022 deutlich gestiegen und lag in den ersten zehn Monaten des Vorjahres bei rund 14 Prozent.
Orbán fordert die Wiederaufnahme der Öllieferungen und verknüpft dies mit Entscheidungen auf EU-Ebene. Mit Verweis auf die aktuelle Lage blockiert Ungarn ein EU-Darlehen für die Ukraine in Höhe von neunzig Milliarden Euro sowie ein weiteres Sanktionspaket gegen Russland. Die EU-Kommission kündigte zuletzt an, bei der Wiederinbetriebnahme der Pipeline zu helfen.