Die Schweizer Bewegung Operation Libero befindet sich im «Niedergang» – möglicherweise, so die NZZ, sogar vor dem «Ende». Nach zehn Jahren sieht sich die Organisation mit internen Querelen, Bedeutungsverlust und finanziellen Problemen konfrontiert.
Gegründet, um rechte Initiativen wie die SVP-Durchsetzungsinitiative zu stoppen, wollte die medial hochgelobte Bewegung später auch Wahlen beeinflussen. Doch die «Wandelwahl 2019», bei der liberale Kandidaten auch finanziell unterstützt wurden, endete im «Desaster». Es waren «Bettelbriefe», die das Überleben sicherten, schreibt die NZZ.
Heute scheint selbst das Prestigeprojekt der EU-Initiative zu scheitern. Wie die Sonntagszeitung berichtet, wurden bislang weniger als 10.000 Unterschriften gesammelt – viel zu wenig für ein Zustandekommen.
Auch David Schärer, Weltwoche-Kolumnist und Werber, analysiert die Krise der Bewegung scharf. Der NZZ erklärt er: «Man muss sich laufend neu erfinden, sonst wird man irrelevant. Das ist der normale Produktlebenszyklus.» Hierfür müsse jedoch der «Gründermythos» überwunden werden.
Versprechen von einst, so Schärer, wirkten rückblickend wie ein «Schönwetterprogramm». Dazu komme die öffentliche Entfremdung und Ermüdung. Der jüngste Skandal um Sanija Ameti, Co-Präsidentin der Bewegung, habe die Glaubwürdigkeit zusätzlich beschädigt. Ihre Schüsse auf ein Bild von Maria und Jesus hinterliessen nicht nur intern Spuren.