Es läuft nicht gut für die FDP Solothurn. Bei den Kantonsratswahlen vor einigen Wochen, musste sie die Spitzenposition hinsichtlich Wähleranteilen nach 195 Jahren an die SVP abtreten und fiel gar noch hinter die Sozialdemokraten auf Rang drei zurück. Diesen Sonntag gab es eine weitere Tragödie für den Freisinn. Die FDP verlor den Sitz des abtretenden Bildungsdirektors Remo Ankli – und zwar deutlich. Der neu angetretene Marco Lupi landete im zweiten Wahlgang auf dem letzten Platz. Das ist für die einst staatstragende Partei eine weitere Ohrfeige.
Liegt es vielleicht auch daran, dass die FDP im Kanton Solothurn vorwiegend mit der Mitte-Partei und der SP zusammenarbeitetet statt mit der SVP, mit der sie eigentlich bürgerliche Werte teilt? An der Seite von Mitte-Links unterstützte der Freisinn zum Beispiel auch das Energiegesetz, welches von der SVP erfolgreich bekämpft wurde. Die Solothurner Stimmbürger lehnten im Februar diese Vorlage ab.
Vor dem zweiten Wahlgang zu den Regierungsratswahlen bot der SVP-Kantonalpräsident Rémy Wyssmann dem Freisinn die Zusammenarbeit an. Er schlug vor, anlässlich einer Pressekonferenz gegenseitige Unterstützung bekanntzugeben. Aber die FDP lehnte wegen Stilfragen der SVP ab.
Und das Fazit: Die SVP hat im achten Anlauf einen Regierungsrat in die Regierung hieven können, während die FDP einen Sitz verloren hat. Was für ein Debakel.