Der Oberste Gerichtshof der USA hat eine Regelung der Trump-Regierung vorläufig bestätigt, die den Geschlechtseintrag in Pässen strikt auf «männlich» oder «weiblich» beschränkt. Trans- und nicht-binäre Personen müssen demnach das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht im Reisepass führen – unabhängig von ihrer psychologischen Identität. Ein alternatives «X» oder eine abweichende Geschlechtsangabe ist bis auf Weiteres ausgeschlossen.
Die konservative Mehrheit des Supreme Court begründet den Entscheid mit der Auffassung, dass der Geschlechtseintrag lediglich eine «historische Tatsache» darstelle. «Die Angabe des Geschlechts des Passinhabers bei der Geburt verstösst ebenso wenig gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz wie die Angabe des Geburtslandes», heisst es in der knappen Verfügung. Das Urteil ist vorläufig, das Hauptverfahren steht noch aus.
Die drei liberalen Richter des Gerichts stimmten gegen die Regelung. Sie warnten vor «erhöhter Gewalt, Belästigung und Diskriminierung» gegenüber Transpersonen, wenn deren Papiere nicht mit ihrer gelebten Identität übereinstimmen.