Der Chef des derzeit wertvollsten Unternehmens der Welt, Nvidia, rechnet mit einem Sieg Chinas im globalen Wettlauf um Künstliche Intelligenz. «China wird das KI-Rennen gewinnen», sagte Jensen Huang in einem Interview mit der Financial Times. Als Hauptgründe nannte er Pekings niedrige Energiekosten und die im Vergleich zum Westen deutlich lockereren Regulierungen.
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Seine Aussagen fielen in London – nur wenige Tage, nachdem US-Präsident Donald Trump nach einem Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping bekräftigt hatte, Peking weiterhin den Zugang zu Nvidias fortschrittlichsten Chips zu verwehren.
Huang kritisierte, dass westliche Länder wie die USA und Grossbritannien sich durch «Zynismus» selbst im Weg stünden. «Wir brauchen mehr Optimismus», sagte der Nvidia-CEO. Besonders warnte er vor einem «Flickenteppich» an Einzelregelungen in den USA – mit bis zu «50 neuen Vorschriften», die den Fortschritt behinderten.
Währenddessen subventioniere China massiv die Energiekosten grosser Rechenzentren von Unternehmen wie Alibaba, Tencent oder ByteDance. Damit könnten diese ihre – weniger energieeffizienten – eigenen Chips von Huawei und Cambricon konkurrenzfähig betreiben. Huang kommentierte: «Strom ist kostenlos.»
Derweil bleibt Washington bei seinem Kurs: Die neuen «Blackwell»-Chips von Nvidia dürfen laut Trump nur in den USA verwendet werden. Eine Freigabe einer abgewandelten Version für China sei «möglich», aber bislang nicht geregelt. Nvidia hatte bereits zugesagt, 15 Prozent seines KI-Umsatzes aus China an die US-Regierung abzuführen – ein Geschäft, das ohne klare Rechtsgrundlage nicht anlaufen kann.