Die deutschen Gasspeicher sind auf ein niedriges Niveau gesunken. Nach aktuellen Daten von Gas Infrastructure Europe liegt der Füllstand nur noch bei unter 41 Prozent – und die Kältewelle steht erst bevor. Dies berichtet Apollo News. Die Entnahmen stiegen seit Wochenbeginn deutlich an, während kaum noch neues Gas eingespeichert wird. Was über Pipelines oder LNG-Terminals ins Land gelangt, wird laut Betreibern direkt verbraucht.
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Am Montag wurden nur 2 Gigawattstunden (GWh) Gas eingespeichert, während täglich bis zu 2100 GWh ausgespeichert wurden. Der bisherige Höchstwert dieses Winters lag am 7. Januar bei 3418 GWh. Der Verband der deutschen Gasspeicherbetreiber Ines warnte, die Speicher könnten bei anhaltend kaltem Wetter schon im Februar nahezu leer sein.
Parallel dazu ziehen die Gaspreise deutlich an: Am Spotmarkt stieg der Preis innerhalb weniger Tage von rund 30 auf etwa 40 Euro pro Megawattstunde. Noch Mitte Januar hatte Bundesnetzagenturchef Klaus Müller erklärt, die Versorgung sei gesichert.
Sollten die Speicher weiter sinken, hätte das unmittelbare Folgen für die Industrie. Die Wärmeversorgung der Haushalte hätte Vorrang, was zu Produktionsstopps führen könnte – ähnlich wie im Krisenwinter 2022. Zwar sind neue Lieferwege über Norwegen und LNG-Terminals vorhanden, doch kurzfristig lassen sich die Kapazitäten kaum ausweiten.
Die Initiative Energie Speichern kritisiert die staatlich festgelegten Mindestfüllstände als marktverzerrend. «Die aktuellen Mechanismen sichern die Versorgungssicherheit nicht ausreichend ab», sagte der Verbandschef. Trotz leichter Entspannung im März könnte die Gaslage bis dahin «nur noch eine Frage von Wochen» sein.