Beim Ukraine-Gipfel in Washington wurde EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen von der amerikanischen Delegation aufgefordert, den Raum zu verlassen – man wolle «nur mit Leaders sprechen». Das sagte Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour am Dienstag dem Sender n-tv, wie das Portal Apollo News berichtet.
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Nouripour widersprach dieser Sichtweise entschieden: «Frau von der Leyen repräsentiert über 400 Millionen Menschen», so der Grünen-Politiker. Beim Treffen sei sie die Stimme jener Staaten gewesen, die nicht direkt vertreten waren – darunter Polen, das Baltikum und Tschechien.
An dem Gipfel nahmen neben Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj auch Vertreter von fünf europäischen Staaten teil, darunter Kanzler Friedrich Merz (CDU). Ebenfalls anwesend: NATO-Generalsekretär Mark Rutte. Laut Nouripour richte sich die europäische Politik im Umgang mit Trump zu oft danach, ihn nicht zu verärgern. Dabei gelte es, «eigene nationale und europäische Interessen» selbstbewusster zu vertreten. «Europa muss einerseits an der Seite Amerikas bleiben, aber andererseits auch unabhängiger werden.»
Ursula von der Leyen äusserte sich nicht zu dem Vorfall. Auf der Plattform X schrieb sie stattdessen: «Wir sind hier, als Verbündete und Freunde, für den Frieden in der Ukraine und in Europa.»