Im Berliner Hauptstadtstudio des ZDF hat eine Gruppe propalästinensischer Aktivisten am Freitagvormittag den Eingangsbereich besetzt und lautstark protestiert. Zwölf Personen drangen laut Spiegel-Bericht in das öffentlich zugängliche Atrium an der Strasse Unter den Linden ein und riefen Parolen. Zudem zeigten sie Banner mit Aufschriften wie «Gaza ist auch eure Schuld». Laut Polizei und ZDF kam es zu keinen gewaltsamen Zwischenfällen oder Versuchen, in die Redaktionsräume vorzudringen.
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Ein ZDF-Redaktionsvertreter bot der Gruppe über eine Stunde lang Gespräche an. Die Aktivisten lehnten dies jedoch ab und übertönten die Angebote mit Rufen. Sicherheitskräfte berichteten laut Polizei, die Gruppe habe angekündigt, «nur da zu sein, um zu stören». Aufforderungen, das Gebäude zu verlassen, ignorierten die Beteiligten, bis die Polizei eingriff.
Die Beamten führten die Demonstrierenden aus dem Gebäude. Im Anschluss setzte die Gruppe ihre Kundgebung auf dem Mittelstreifen vor dem Gebäude fort. Laut Polizei wurden die Personalien von dreizehn Personen festgestellt, gegen zwölf von ihnen wurden Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs und Verstosses gegen das Versammlungsgesetz eingeleitet.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Protestaktionen ein, bei denen pro-palästinensische Gruppen öffentlichkeitswirksam auf den Gaza-Krieg aufmerksam machen wollen. Das ZDF betonte, dass die Meinungsfreiheit zwar ein hohes Gut sei, dies jedoch nicht das Hausrecht ausser Kraft setze. Die Nachrichtenagentur dpa zitierte eine Sprecherin des Senders mit den Worten, es habe sich um eine «nicht genehmigte und störende Aktion» gehandelt.