Was vielen ab einem gewissen Alter auffällt, lässt sich wissenschaftlich belegen: Der Kater nach ein paar Gläsern Wein wird mit den Jahren nicht nur hartnäckiger, sondern auch unangenehmer. Grund: Der alternde Körper verliert an Muskelmasse, gewinnt an Fett – und kann Alkohol schlechter verarbeiten, wie das Magazin The Economist berichtet.
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Eine im Fachjournal Alcohol veröffentlichte Studie zeigte, dass ältere Versuchsteilnehmer (55–65 Jahre) mit weniger Muskelmasse zwar ähnlich berauscht waren wie jüngere (21–25 Jahre), aber deutlich weniger Freude dabei empfanden – und stärkere Nachwirkungen spürten. Da Alkohol wasserlöslich ist, spielt der Wasseranteil des Körpers eine zentrale Rolle: Weniger Wasser bedeutet höhere Blutalkoholwerte bei gleicher Trinkmenge – und damit heftigere Nachwirkungen.
Auch die Leber altert: Sie wird kleiner und arbeitet langsamer. Das verzögert den Abbau von Alkohol und verlängert die Belastung durch giftige Abbauprodukte wie Acetaldehyd – eine Substanz, die für Kopfschmerzen, Übelkeit und das Gefühl innerer Vergiftung sorgt.
Hinzu kommen altersbedingte Schlafprobleme, etwa durch Störungen der inneren Uhr oder nächtliches Aufwachen. Alkohol verstärkt diese Probleme, indem er die Muskulatur im Rachenbereich erschlaffen lässt – was Schnarchen und Atemaussetzer fördert. Chronischer Alkoholkonsum stört zudem langfristig die Produktion von Schlafhormonen wie Melatonin, wie eine finnische Langzeitstudie mit über 13.000 Zwillingen 2022 belegt.