Polens Ministerpräsident Donald Tusk will einen inhaftierten Verdächtigen im Fall der Nord-Stream-Sabotage nicht an ein anderes Land ausliefern. Bei einem Besuch in Litauen erklärte er: «Es liegt sicherlich nicht im Interesse Polens und im Interesse eines Gefühls von Anstand und Gerechtigkeit, diesen Bürger anzuklagen oder an einen anderen Staat auszuliefern.»
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Der Mann soll nach Angaben von Ermittlern an der Planung und Durchführung des mutmasslichen Anschlags auf die Ostseepipelines beteiligt gewesen sein. Die Ermittlungen laufen weiterhin.
Tusk stellte in seiner Stellungnahme auch den Bau der Pipeline selbst in den Mittelpunkt der Kritik. Auf X schrieb er: «Das Problem mit Nord Stream 2 ist nicht, dass sie gesprengt wurde. Das Problem ist, dass sie gebaut wurde.»
Polen hatte die Pipeline von Beginn an abgelehnt und vor wachsender Energieabhängigkeit Europas von Russland gewarnt.